Bildung und Forschung auf dem Innovations-Prüfstand

Donnerstag, 18. November 2010

Experten diskutierten am 19. Internationalen Forum vom November in Luzern über die Zukunft von Wissenschaft, Technologie und Innovation in der Schweiz.

Moderator Melchior Buchs zeigte Referenten die rote Karte, sobald sie die Redezeit überzogen.

Kathrin Cuomo-Sachsse mit einem der Teilnehmer im Gespräch

Bundespräsidentin Doris Leuthard wies auf die zentrale Bedeutung der Bildung in einem rohstoffarmen Land hin. Stolz präsentierte sie die Zahl von 3% des BIP, welche die Schweiz jährlich für Forschung und Entwicklung investiert - zunehmend in internationale Projekte mit der EU.

Vom 6. EU-Forschungsrahmenprogramm seien 800 Millionen von insgesamt 19.1 Milliarden Euro in die Schweiz geflossen, davon 200 Millionen in die Privatwirtschaft. «Durch diese Partnerschaften ist die Schweiz international sehr gut positioniert», betonte Leuthard.

Doch nach wie vor sei das Land auf die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland angewiesen. Die Schweiz müsse daher bessere Standortbedingungen als andere Länder bieten, um vom weltweiten Talentwettbewerb profitieren zu können. Für die Bundespräsidentin bilden hier die «Grundlagenforschung und angewandte Forschung die Grundpfeiler, damit Wertschöpfung entstehen kann.»

Produktion im Land fördern

An der Podiumsdiskussion betonte ETH-Präsident Ralph Eichler, dass Schweizer Hochschulen dank ihrer grossen Autonomie die besten Köpfe rekrutieren könnten. Für Swatch-CEO Nick Hayek ist es wichtig, dass nicht nur in Forschung und Entwicklung investiert werde, sondern dass auch die Produktion gefördert wird und im Land bleibt. Den Vorteil der Schweiz im weltweiten Wettbewerb sieht er vor allem im Arbeitsfrieden und in der Stabilität der Währung.

Als globale Herausforderungen definierte Siegfried Gerlach, Generaldirektor von Siemens Schweiz, drei künftige Megatrends: Der demografische Wandel, die Auswirkungen der zunehmende Verstädterung sowie der Klimawandel.“ Diese seien die künftigen Treibmotoren für Forschung und Wissenschaft. Weitere Referenten wie Romeo Paioni von Novartis und René Imhof von Hoffmann-La Roche wiesen auf die zukunftsweisende Forschung im Bereich der personalisierten Medizin hin und betonten, wie wichtig die internationale Vernetzung von Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft sei.

Quellen: Medienmittellung Europaforum Luszern, Bilanz und ETH.